Projektsegeltörn Delfinschutz vom 14.-21.Mai 2010
Nördliche Adria

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Logbucheintrag von Donnerstag, den 20.05.2010

Halb 9 legten wir in Rovinj ab, um unsere Heimfahrt nach Izola anzutreten. Schon 10 Minuten später schallte der Ruf „DELFINE“ über die Tiamo. Durch die spiegelglatte See konnten wir sie schon weit im Voraus erkennen. Augenscheinlich waren es sehr viele Tiere, die auf der Jagd sind, denn um die Delfine herum kreisten die Möwen. Eine Zeit lang trieben wir in größerer Entfernung und beobachteten die Tiere. Dann wurde der Motor gestartet und wir fuhren parallel zur Delfinherde. Angelockt von der Bugwelle begleiteten uns sechs von ihnen. Insgesamt schätzten wir die Herde auf mindestens 20 Tiere, darunter auch 2 bis 3 Jungtiere.

delphin-rueckenEs ging weiter nach Norden, immer in Begleitung der Delfine. Da sie nicht sehr scheu waren, starteten wir noch einen Versuch, um an Unterwasseraufnahmen zu kommen. Dazu gingen Florian und Christian aufs Schlauchboot und ließen sich von der Tiamo schleppen. Die Delfine ritten auf der Schlauchbootwelle und kamen sehr nahe ans Boot. Den Jungs wurde ganz mulmig, so nah an den Tieren. Doch die Sorge war bei den friedlichen Delfinen ganz unbegründet. Vermutlich waren sie nur neugierig und genossen es, auf der Bugwelle zu reiten. Insgesamt begleiteten uns die Delfine fast zwei Stunden lang auf mehr als sechs Seemeilen. Danach zogen sie weiter aufs offene Gewässer hinaus. Wir konnten sie noch lange beobachten und sogar einige Sprünge bewundern.

Nach den vielen Aufnahmen liefen die Fotoapparate und Kameras heiß. Sogar der eine oder andere Akku gab seinen Geist auf. Zum Glück haben wir keine Probleme mit dem Speicherplatz, so dass mehrere hundert Fotos geschossen werden konnten.

Anschließend liefen die Auswertungen auf Hochtouren. Doch schon 10 Minuten später erklang der nächste Delfinruf. Wir vermuteten, dass es sich dabei um die gleiche Herde handelte, die parallel von unserem Boot geschwommen ist und sich wieder näherte. Da die Delfine jedoch schnelle Richtungswechsel vollführten und über ihnen die Möwen kreisten, passierten wir sie in größerem Abstand, um sie nicht bei der Jagd zu stören. Leider spielte der Wind nicht mit, so dass der Motor weitertuckern musste. Dafür schien die Sonne, während wir den Hafen von Umag ansteuerten. Beim Zollsteg dauerte es diesmal etwas länger. Jedoch die Crew drängelte, weil wir bis 17 Uhr die Tankstelle von Izola erreichen mussten. Zum Glück kam noch etwas Wind auf, so dass wir schnelle Fahrt durchs Wasser machten.

Spruch des Tages: “Die grauen Dinger.“

P.S.: Hier noch einige Impressionen unserer traumhaften Delfinsichtungen:

Nachtrag zum Logbuch, vom 19.05.2010

Nach einem Spaziergang durch Rovinj ging es zum Restaurant „Pastrik“. Dort gab es richtig leckere Pizza. Auf dem Heimweg zeigte uns Pedro noch einige Kunststückchen mit viel Abrakadabra und Simsalabim. Da wir durch das frühe Aufstehen ziemlich kaputt waren, ging es schon nach 3 Runden Uno ins Bett.

Lockbucheintrag vom Mittwoch, den 19.05.2010

Heute stand uns eine lange Etappe bevor. Deshalb lichteten wir schon um 5 Uhr den Anker. Leider konndelphineten wir den Sonnenaufgang nicht ganz erleben, weil eine große Wolke die Sicht versperrte. Frühstück gab es dann auf dem Meer, als sich einer nach dem anderen aus der Koje quälte. Bene und Bodo brachen über dem Kvarner Golf alle Geschwindigkeitsrekorde. Mit zwischenzeitlich 9,13 Knoten wurde die Südspitze Istriens schon nach 2,5 Stunden erreicht (bis dahin 17 Seemeilen). Zwischen den Inseln flaute der Wind wieder ab, dafür gab es eine Delfinsichtung von Bodo, auch wenn wir ihm diesmal gar nicht glauben wollten., denn ohne Fernglas war noch nichts zu erkennen. Eine Gruppe von mindestens 6 Delfinen war lange zu beobachten. Zwei der Delfine kamen direkt ans Boot. Einen davon konnten wir später anhand der Rückenflosse wiedererkennen, denn dieser Delfin schwamm schon am Sonntag vor unserem Bug. Später verschwanden die Delfine wieder und waren nur in weiter Entfernung zu sehen. Da wir sie nicht bedrängen wollten, nahmen wir wieder unseren alten Kurs auf. Etwa eine Viertelstunde später waren die Delfine wieder näher am Boot zu sehen, direkter Kurs auf die Tiamo. Scheint ihnen doch bei uns gefallen zu haben. Noch lange konnten wir die Delfine beobachten, weil sie parallel zur Küste schwammen. Natürlich wurden die Sichtungen wieder ordnungsgemäß dokumentiert. Auch Wasserproben wurden genommen. Dabei gab es aber keine auffälligen Werte und das Wasser der Adria scheint sauber zu sein. Später nahm der Wind wieder zu und wir setzen Kurs auf Rovinj. Kurz vor dem Hafen stand nochmal ein Besuch einer Badebucht an. Diesmal gab es nicht ganz so viele Mutige, die sich ins kühle Nass trauten. Kurz vorm Anlegen in Rovinj gab es noch Hafenkino und wir beobachteten und hörten, wie ein Schiff beim Anlegen mit einem weiteren Schiff kollidierte.
Heute wollen wir noch Pizza essen gehen und einen kleinen Stadtbummel machen.

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Lockbucheintrag vom Dienstag, den 18.05.2010

Endlich Sonne! Wir konnten es beim Aufstehen kaum glauben. Möglicherweise war nur Florian etwas enttäuscht, der sich doch am Tag zuvor schon „ein bisschen Sturm“ gewünscht hatte. Um 9Uhr machten wir uns auf den Weg nach Veli Losinj zum Marine Education Center. Ein schöner Weg, am Meer entlang mit traumhaften türkisblauen Buchten. Beim Blue World Institut erwartete uns eine sehr interessante Führung, sogar auf Deutsch. Unsere bisherigen Sichtungen haben wir den Forschern gleich da gelassen. In Veli Losinj hatten wir sogar fast eine Delfinsichtung. In sehr großer Entfernung waren schemenhaft welche zu erkennen. Da das Meer fast spiegelglatt waren, beeilten wir uns zurück zur Yacht zu kommen, um selber schnell aufs Meer zu gelangen. Draußen wurde natürlich der Delfinausguck besetzt. Leider hatten wir kein Glück und die Delfine ließen sich nicht blicken. Guter Segelwind und viel Sonne ließen ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommen. Gegen Nachmittag liefen wir eine Ankerbucht. Trotz 15,8°C Wassertemperatur ließen wir uns das Baden nicht vermiesen. Nick war mutig und als Erster im Wasser. Nicht alle trauten sich so viel zu, oder trauten sich nur im Neoprenanzug ins kühle Nass. Nick ging sogar dreimal baden, davon zweimal mit Absicht. Nach dem Badestopp beschloss die Crew noch an Land zu gehen. Mit Schlauchboot wurde übergesetzt und nach einem Fußmarsch in den nächsten verschlafenen Ort, gab es sogar ein leckeres Eis. Unterwegs hatte Florian noch einen Betonfuß. Während dieser Zeit war der Skipper schon fleißig, denn es sollte Captains Dinner geben. Ein 4- Gänge Menü, bestehend aus Vorsuppe, einem Rindergulasch an Apfel- Ananas- Rotkohl mit Pellkartoffeln, einem Weingelee mit Ananas und Sahne und abschließendem Espresso oder Cappucchino. Auch wenn wir eine sehr hungrige Crew sind, waren diese Essensmengen kaum zu schaffen. Chrissi und Florian sind zwar als
Backschafter, um das Essen kochen drum herum gekommen, mussten dafür aber die dreifache Menge an Abwasch bewältigen. Nach dem Essen kamen wir nicht um die obligatorischen Klogespräche drum herum.

Weiser Spruch des Tages: „Ich freue mich schon wieder auf mein Klo zu Hause.“
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Lockbucheintrag vom Montag, den 17.05.2010

Der erste Blick aus der Koje verriet: Immer noch keine Sonne, obwohl sie uns schon lange ersprochen wurde. Irgendjemand hat vermutlich doch Rasmus betrogen. Durch das frühzeitigeAblegen konnten wir aber Regen und Gewitter aus dem Weg gehen. Gut so, denn wir wollten über en Kvarner Golf und ein ordentliches Stück Strecke schaffen. Die Überfahrt war von ständigwechselnden Wetterverhältnissen geprägt. Mal viel Segelwind und schöne Schräglage, dann wieder ar kein Wind, zwischendurch noch Regen. Ein Teil der Crew verzog sich lieber unter Deck für einSchläfchen. Erstaunlich, wie sie es bei den Wellen unter Deck aushalten konnten. Wir scheinen doch lle seefest zu sein. Leider gab es diesmal keine Delfinsichtung. Vermutlich haben sich die Delfine beidiesem Wetter selber verzogen. Dafür haben wir einiges an Segeltraining absolviert.

In Mali Losinj angekommen, zauberte die heutige Backschaft (Bene und Florian) ein leckeres bendbrot. Diesmal hat sich wieder gezeigt, wie hungrig die Crew immer ist. 1 Kilo Reis mitGemüsepfanne…kein Problem. Auch unser Bananenverbrauch lässt den Skipper zweifeln, ob er nicht mit Affen unterwegs ist.

Weiser Spruch des Tages: „Wir dachten du hast schon wieder Gummibärchen gefunden.“
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Nachtrag zum Sonntag, den 16.05.2010

Nach dem Besuch des Amphitheaters in Pula und einem kleinen Stadtrundgang, ging Christian auf die Suche nach einem Internetzugang. Leider hatten die Cafés alle zu und ein ungesichertesDrahtlosnetzwerk musste her. Kurz vorm Aufgeben konnten wir doch noch ein Netz finden und die Berichte der letzten beiden Tage hochladen.Zum Abendbrot gab es lecker Nudeln mit Tomatensoße. Danach folgte eine Runde Tabu XXL.
Durch die Kulanz der Mädels haben die Jungs mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen. Die Revanchesteht noch aus. Trotzdem war es eine lustige Runde. Nick machte sich größere Sorgen, um die verloren gegangen Gummibärchen und das eine oder andere Missverständnis (Haartrockner ACDC)führte zu Lachern.

Lockbucheintrag vom Sonntag, den 16.05.2010

In aller Herrgottsfrüh wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht. So verzögerte sich unsere Weiterfahrt um etwa eine halbe Stunde. Nördlich von Porec entdeckte Chrissi den ersten Delfin. Es wurden insgesamt 6 Tiere gezählt. In dieser Gruppe war sogar ein Jungtier dabei. Es wurde fotografiert, gefilmt und alles ordnungsgemäß protokolliert. In der Nähe von Rovinj hat Nick dann schließlich einen weiteren Delfin gesichtet. Dieser schien jedoch alleine unterwegs gewesen zu sein. Östlich der brijunischen Inseln entdeckte unser Skipper Bodo wieder einen Delfin. Dort wurde eine Gruppe von 8-10 Tieren gesichtet. Diese waren sehr zutraulich und schwammen sogar auf der Bugwelle des Schiffes. Die großen Tümmler so Hautnah zu sehen, war für uns ein ganz besonderes Erlebnis, dass wir so schnell nicht vergessen werden. Eine halbe Stunde später oder vielmehr eine knappe Stunde später erreichten wir unseren Zielhafen in Pula. Dort wollen wir unsere Sichtungen auswerten und im Anschluss das Amphitheater besuchen.

weiser Spruch des Tages: „Ein halbes Stündchen noch.“

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Lockbucheintrag vom Samstag, den 15.05.2010

Wunderbar gelaunt, wohl auf und in froher Erwartung starteten wir heute Morgen in den Tag. Das Frühstück war ursprünglich für 7:15 Uhr angesetzt. Mit zehnminütiger Verspätung saßen dann schließlich alle Crewmitglieder, noch leicht verschlafen, am Frühstückstisch. Bestens versorgt durch unsere heutige bereits vorher festgelegte Backschaft (Küchendienst), bestehend aus Katrin und Nick, ließen wir es uns schon beim Frühstück gut gehen. Bene und Leo sollten am heutigen Tag für die Sauberkeit an Bord sorgen. Es folgte eine Sicherheitseinweisung von Kapitän Bodo und um 10 Uhr wurde der Startschuss für unseren Segeltörn freigegeben. Ein mysteriöses Klappern am Schiff führte jedoch dazu, dass wir noch ein paar Ehrenrunden im Hafen von Izola drehen mussten. Es wird vermutet, dass es sich um eine kaputte Gummimatte am Antrieb handelt. Der Schaden konnte leider noch nicht behoben werden. Mal sehen ob Bodo noch runter taucht.

Eine Windstärke von 5 in Böen sogar kurzzeitig 8, mit leichtem Regen und ca. 1,5 m hohen Wellen, sorgten für eine turbulente Fahrt. Trotzdem ging es allen gut und wir wurden von Seekrankheit verschont. Die Ausreise aus Slowenien und das erste, schwierige Anlegemanöver erfolgten im Hafen von Piran. Nachdem wir mit eindampfender Vorspring abgelegt hatten, steuerten wir den Hafen von Umag an. Nach erfolgreicher Einreise nach Kroatien stärkten wir uns beim Mittagbrot. Durch die schlechten Wetterbedingungen, hatten wir auch noch Zeit für ein kleines Kaffeekränzchen im Hafen.
Auf relativ ruhiger See, erreichten wir endlich unseren heutigen Zielhafen in Novigrad. Hier erlebten wir noch Hafenkino der besonderen Art. Ein Liegeplatznachbar, seineszeichens Italiener, verlor auf nassem Steg den Halt und fand sich kurz drauf mit schwer bepackter Reisetasche im Hafenwasser wieder. Da half ihm wohl auch sein Regenschirm nicht mehr viel weiter, mit dem er aufgeregt hin und her winkte. Zum Glück eilte Christian behände zur Hilfe. Aufgrund der ersten Erfahrungen heute mit dem Sprechfunkgerät gibt es wieder einen aktuellen weisen (Funk-)Spruch des Tages: „We want to lie in Heaven.“ („Wir möchten einen Liegeplatz im Hafen.“) Nun geht der Abend bald zu neige und wir holen uns Kraft für den morgigen Tag. Dann wird
es ernst, denn wir dürfen uns morgen auf die ersten Delfinbeobachtungen gefasst machen. So erwarten wir mit großer Spannung, was als nächstes auf uns zu kommt.

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Lockbucheintrag vom Freitag, den 15.05.2010

Nun starten wir in unseren Segeltörn. Die Aufregung ist groß und wir können es kaum erwarten. Wir, die Crew der Tiamo für die nächste Woche, sind:
Nick, Leonie, Florian, Theresia, Christina, Benedikt, Christian, Katrin und natürlich unser Skipper Bodo.

Wir sind nach 10 Stunden Busfahrt gut in Izola angekommen und haben unsere Kajüten bezogen. Es folgte eine erste Sicherheitseinweisung mit Anprobieren der Rettungswesten und einem Besuch in der Stadt. Natürlich haben wir uns dann gleich ein oder zwei oder auch drei Kugeln Eis gegönnt. Nebenbei lernen wir schon einige Brocken slowenisch. Wir sagen dober dan (Guten Tag), hvala (danke) und bestehen auf die racun (Quittung).
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Wir haben viel vor in der kommenden Woche. Immerhin sind wir ja nicht im Urlaub bzw. nicht so ganz. Wir wollen das Delfinschutzprojekt richtig zum Laufen bringen und natürlich auch etwas erreichen. Dafür haben wir auch schon viel vorbereitet, Logo und T- Shirts entworfen, Beobachtungsprotokolle erstellt, Unterwasseraufnahmen vorbereitet usw. Am Dienstag planen wir ins Losinj Marine Education Centre zu fahren, um vor Ort näheres über die Adria Delfine zu erfahren. Damit kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Was dann noch fehlt sind die Delfine.

weiser Spruch des Tages: „Ich esse nie wieder drei Kugeln Eis.“

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