greiftoern2. Segeltörn 2016 auf SSS „GREIF“ | 29.09.-03.10.2016 | Ziel Kopenhagen | 250 Seemeilen
Nach der Clubpremiere 2014 war es nun wieder an der Zeit für einen Vereinssegeltörn. Leider haben wir es auch in diesem Jahr nicht geschafft, eine volle Besatzung zu stellen. Die eingesprungenen Mitsegler retteten den Törn und so konnten wir am Abend des 28.09.2016 unsere Kojen beziehen.
Nach einem kulinarischen Festessen in der Fischerhütte erwartete uns am Donnerstagmorgen ein erstes Frühstück an Bord. Nach der obligatorischen Belehrung und der Übung der Bergerolle stimmten wir uns mit der ersten Überquerung der Marssaling auf die kommenden Tage ein. Pünktlich um 11:00 Uhr legten wir ab und nach kurzer Revierfahrt konnte die Maschine aufgrund des aufkommenden Winds abgeschaltet werden. 11:30 Uhr waren Fock, Mars und das Großstagsegel gesetzt und wir nahmen Kurs in Richtung Südperd. Leider haben wir hier die Nachricht bekommen, dass der zunehmende Wind uns zu einem Zwischenstopp in Saßnitz zwingt. Die kommenden Tage sollten zeigen, dass diese Entscheidung zu Recht getroffen wurde. So legten wir um 17:00 Uhr im Hafen an und nach einem kurzen Besuch der Strandpromenade und einem Abendplausch an der „Rettungstonne“ 😉 ging der Tag zu Ende.
Am darauf folgenden Morgen hat uns der Kapitän als kleine Entschädigung eine Privatführung auf dem Seenotkreutzer „Harro Koebke“ organisiert. Dieses 36,5 m lange Aluminiumschiff im Wert von 17 Mio. Euro ist in Saßnitz stationiert und hatte direkt vor uns festgemacht. Sehr imposant waren die 6500 PS, die aus einem Haupt- und zwei Nebentriebwerken auf die Wellen gebracht werden und so Einsätze mit 25 kn ermöglichen. Aber auch das an Bord befindliche Tochterboot, die „Notarius“, welches für schnelle Außeneinsätze unter der Heli-Plattform ruhte, konnte mit 2 x 250 PS überzeugen.
Nun war es endlich soweit, die ersten Kanaillen waren um 10:30 Uhr aufgeentert um die Bram loszumachen. Mars und Fock waren auf dem Rückweg dran und um 11:15 Uhr kam das Kommando: „Klar zum Segelmanöver“. Schnell waren die Segel gesetzt und wir nahmen zügig Fahrt auf. Je mehr wir von der Landabdeckung verloren, umso stärker bekamen wir zu spüren, warum der Zwischenstopp notwendig war. Wir passierten Kap Arkona und verloren nunmehr den letzten Schutz der Insel. Der Wind nahm auf 6-7 bft zu und erreichte in Böen eine gute 8. Die alte Dame hatte inzwischen ordentlich Krängung und die Schotten mussten dicht gemacht werden. Die Fahrt glich hier buchstäblich dem Ritt auf der Welle, von deren Kamm sich immer öfter die Gischt ablöste. Der Ausguck konnte indes nur noch mit Sicherungsgeschirr besetzt werden und der ein oder andere erfahrene Mitsegler hielt sich öfters mal in Lee auf. Der Plan Kopenhagen direkt anzufahren, musste erneut geändert werden und wir retteten uns in die Køgebucht. Hier ankerten wir und freuten uns bei endlich nachlassendem Seegang auf eine erholsame Nacht.
Belohnt wurden wir am nächsten Morgen mit einem großartigen Sonnenaufgang auf See und einer musikalischen Begleitung beim Ankerbergen. Die 3,5 Längen brauchten etwas Zeit, bis sie im Bunker waren. Nach der Morgenansprache nahmen wir Kurs auf Kopenhagen und passieren bereits um 10:50 Uhr das Wahrzeichen im Hafen. Ab 12:00 Uhr konnten wir nach einem schnellen Mittagessen und bei spätsommerlichen Temperaturen die Stadt erkunden. Die Wachablösung am Schloss Amalienborg, der Dom, die Meerjungfrau und die weiteren Großsegler im Hafen waren bei diesem Wetter im besten Licht zu sehen. Unser Kapitän war zwischenzeitlich sehr umtriebig und bereitete den Räucherabend, seine Spezialität, vor. Ab 20:00 Uhr gab es warmen Räucherfisch. Geschmacklich immer wieder eine Sensation, bei der der Abend in geselliger Runde an der „Rettungstonne“ endet.
Die Nacht war kurz; um 07:30 Uhr liefen wir wieder aus und Frühstück gab es auf hoher See. Mit reichlich Wind und Regenwolken im Öresund segelten wir wieder zurück. Nun endlich kamen wir auch in den Genuss der Nachtfahrt. Ein fast wolkenloser Himmel öffnete den Blick zum Firmament. Nachts unter einem Sternenhimmel zu segeln, rundete den Törn gelungen ab. Nach einem letzten Frühstück auf See beeilten wir uns auf den letzten Meilen, da ein aufkommendes Tief den Liegeplatz im Ladebow gefährdete.
So bleibt als Resümee:
Sehr viel Wind und Wellen, eine tolle Mannschaft, tolles Wetter zur richtigen Zeit, was kann man mehr verlangen! So macht Segeln Spaß.
Zu beklagen haben wir den Verlust eines jungen Mitseglers, der sich künftig als Jung-HFK (tolles Wortspiel) auf der Greif einreiht. Wünschen wir ihm allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
Bis zum nächsten Törn – Frank